Und weiter geht’s…

Na ja – entscheidest du dich in den 70er-80ern für ein „Künstlerleben“, dann wurdest du belächelt, wenn du nicht aus einer solchen Familie stammtest. Du wurdest auch belächelt, wenn Du als Frau glaubtest ausser Bühne gäbe es da noch irgendeinen Job! – Schon gar nicht in Richtung Coach, Trainer. Dies war also auch stets ein Thema, welches mich begleitete. Da bist du nun mit einigem Talent bedacht und wünschst dir nichts sehnlicher wie die richtige Förderung, das richtige Training inklusive Technik. Die Chance damals, ich war im Welschland an einer Handelsschule. Mir hatte es extrem gestunken, ich war fort von zu Hause, meinem Hund, meinen Freunden und mir fehlte das Tanzen. Also schlich ich mittwochs ab, klammheimlich nach Biel um dort eine Jazzdance Klasse von Mr. Foster zu besuchen. Ich erfuhr zum ersten Mal am eigenen Leib, wie es sich anfühlt, wenn jemand dich richtig gut trainiert, korrigiert, Möglichkeiten beschreibt wie du deine Grenzen erweitern kannst, dich aufbaut und bestärkt. Und dieser Mr. Foster erzählte Gordon Coster von mir und der wiederum redete mit mir. Ich konnte meine Eltern endlich überzeugen, dass die Ausbildung welche man am ehesten mit jener im Film Fame vergleichen konnte, genau das war was ich brauchte. Und eben ich musste nicht Vorsprechen, sondern konnte sofort einsteigen.

Ja und ich begann zu reflektieren. Abwägen, was war gut, was war nicht schlecht, aber eben auch nicht so dass es förderlich hätte sein können. Also vieles fühlte sich sinnlos, Zeit vertreibend und unlogisch an. Vieles blieb steif, mit wenig Elan und irgendwie verhärmt, verschämt. Das war mir in den Klassen am häufigsten aufgefallen, denn ich bemerkte zum Zeitpunkt meines Ausbildungseinstieges an der Colombo Dance Factory, dass ich von allen bisherigen Absolventen und aktuellen Studenten, die einzige war die schon längst regelmässig Unterrichtete – ja sich damit ihr Studium verdienen konnte. K. L. ermöglichte mir schon früh, vor Kids meine Stunde tanzen abzuhalten. Ich trau mich heute nicht dieses als Unterrichten zu bezeichnen, es war wohl eher eine kindlich gelungene Form des Entertainments. Aber ich lernte und merkte dadurch, dass ich Vergleichen konnte. Ich musste also nur nach Parallelen suchen, nachäffen, herausfinden und hatte somit mein eigenes internes Bewertungssystem. Wie gut Lehrer was rüber bringen und wie gut sie es auf die Spitze treiben können und wie der jeweilige Erfolg, oder Misserfolg im Nachhinein verarbeitet, korrigiert, integriert und verselbstständigt wurde. Und genau dieses Thema lässt mich bis heute nicht los. Seit nun mehr sicher 45 Jahren, setze ich mich bewusst mit was ist eigentlich Qualität auseinander. Ich habe von den Amerikanern gelernt wie man hart arbeiten, üben, trainieren kann und das mit Spass, viel Spass was dabei enorm mehr Elan, scharfe Bewegung, Präsenz, Haltung und Eleganz hervorbringt. Meine Schlagworte…

Und da war plötzlich auch die Erinnerung an etwas was mir subjektiv gesehen am häufigsten auffiel. Oft, sehr oft waren Trainingsteilnehmer schlaff, ohne Energie, ohne Elan, ohne Antrieb und dies schien auch immer und offensichtlich bis heute die Coaches, die Trainer, die Ausbildner und so weiter zu beschäftigen. Verletzungen vermeiden und trotzdem zu Höchstleistungen treiben. Ich kann mich erinnern, dass ich mit grossen Ohren an der Tür lauschte wenn Jack Müller sich mit meinem Vater traf und sie miteinander besprachen, – ob wohl der Biorhythmus positiv zu beeinflussen wäre, um Trainingstiefs, Wettkampftiefs und so weiter zu überbrücken. Oder wie er sich mit den Attingers über Curling austauschte, wenn es darum ging ein bestimmtes hohes Niveau gleichbleibend, effizient zu erhalten. Und dann war da der Sommer an der Colombo. Wir wurden überrascht, weil wir gut gearbeitet hatten, gute Aufführungen absolviert hatten. Die Überraschung sollte das entstehen lassen, was ich auch heute noch abrufen kann. Energie pur. Vier, der original Tänzer aus dem Video Thriller von M. J. waren bei uns um uns zu trainieren, die Choreo beizubringen. Au man – ohne Worte… einfach bleibend. Also hatte ich plötzlich eine Aufgabe, ENERGIE, ELAN, ELEGANZ und diese sollte mich über Jahre begleiten und nicht mehr loslassen.

Ab 1987 hatte ich eine feste Anstellung als eine der ersten Kursleiterinnen an der Klubschule Migros. Es war gut ich konnte diese Anstellung ausbauen. Ab 1992 war es Tatsache ich konnte vom Unterrichten leben, mir nebenher Musik machen leisten. Drei Touren mitmachen, einige Events organisieren, Choreographieren als Gast und ich konnte jeden Sommer mein neu entwickeltes Trainingsprogramm, während zwei Wochen vorstellen um dann hoffentlich daraus Unterrichtsklassen zu erschliessen. Bis 1999 hatte ich 17 Klassen mit L.E.P., 4 Klassen mit Jazz-Dance, verschiedene Bands und aus dem nichts heraus eine Company. Es lief und ich hatte Wartelisten, weil alle dieses Training wollten…

Grund genug zu forschen, probieren, üben, vergleichen, herausfordern ob ein Konzept daraus würde…

 

Fortsetzung folgt…

Jetzt wünsche ich allen für 2016 gute Entscheidungen in Sachen Bewegung, viel Durchsetzungsvermögen und Willen im kommenden Jahr dran zu bleiben…

Eure claude

2 comments on “Und weiter geht’s…”

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.